Die Firma Heljan wurde vor einigen Monaten von Accucraft übernommen und der Vertrieb auf Direktvertrieb, also ohne Händler umgestellt. Ich hatte den Newsletter mit einem attraktiven Angebot einer Heljan Ruston & Hornsby 48DS Diesel-Rangierlok in O Gauge für 99,98 GBP (116,95€) bekommen. Und ich dachte mir, ich probiere es mal aus, wie der neue Direktvertrieb und der Versand nach Deutschland funktioniert.
Bestellung war am Montag, den 13.7.2026 mittags. Die Bestellbestätigung kam schnell. Die britische VAT wurde nicht abgezogen. Der Versand ist mit 9,95 Euro als sehr günstig zu bezeichnen. Hinzu kamen "Zollgebühren" von 3,57 Euro. Ich weiss nicht, wofür das ist. Steuern wurden zwar mit 20,83 Euro angegeben, sind jedoch nicht in der Gesamtsumme enthalten. Bezahlt habe ich per Kreditkarte die angegebenen 130,47 Euro. Ich war gespannt, ob da später noch irgendwelche Einfuhr-Umsatzsteuer, Handlinggebühr oder so etwas noch drauf kommt.
Für den Service wurde "FIC DDP/IOSS To Door" vermerkt. Ich kenne mich mit den Abkürzungen nicht aus, aber es gibt ja hier im Forum Mitglieder, die beruflich mit internationalen Transport zu tun haben und die Bedeutung des Codes erklären können.
Die Lieferung wurde mit FedEx angekündigt. Hier der Ablauf:
Los ging es in Basildon/Essex. Dann weiter nach Amsterdam, dort erfolgte die "Zollabfertigung". Aber was? Weiter nach Veldhoven/NL zum "Site Scan". In Hückelhoven wurde das Paket dann an Hermes übergeben. Weiter über Kabelsketal in den Hermes-Paketshop an der Tanke, dort habe ich heute das Paket abgeholt.
Ganz normal, Ausweis zeigen, unterschreiben auf dem Display, keine weitere Zahlung. Als wenn das Paket aus Giessen, Sonneberg oder Göppingen gekommen wäre.
Ich habe es mal fotografiert:
Ein britischer Heljan-Aufkleber, zwei deutsche von Hermes. Kein Custom-Aufkleber CN 22 oder CN 23, kein gelber oder grüner Aufkleber vom deutschen Zoll. Die deutschen Aufkleber habe ich dann entfernt, um einen Blick auf den ursprünglichen britischen Heljan-Aufkleber zu erhaschen.
Es ist die Abfertigungsfirma James & James angegeben, die Abkürzung DDP und die Art der Güter: "Toys und Games". Was anderes ist es auch nicht.
Ich bin recht zufrieden, wie es gelaufen ist. Accurascale scheint den Export im Griff zu haben. Meine Schlussfolgerung, bei Accurascale werde ich wieder bestellen, wenn es etwas schönes gibt.
Da hatte ich Vor einiger Zeit andere Erfahrungen mit Accurascale. Ich hatte dort eine Class 37 in 00 bestellt. Ich durfte die britische Mehrwertsteuer zahlen und dann hier Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Die Bestellung der Lok erfolgte Ende 2024, Zahlung November 2025 und Lieferung dann im Mai. Das ganze hat bei mir zu dem Gedanken geführt ob ich in Zukunft noch bei Accurascale bestelle oder eher über Rails bzw. ggf. Modellbahnunion.
da hast du genau einmal Einfuhrumsatzsteuer zuviel bezahlt. Wer war der Versender auf dem Festland, DHL? Wie hoch war der Wert? Was stand auf dem CN22 Aufkleber?
Wenn Accurascale die britische VAT nicht abgezogen hat, hätte DHL in Vertretung des deutschen Staates nicht noch einmal Einfihrumsatzsteuer abziehen dürfen. DHL ist sehr flott mit damit, auch mal "bloss so" nochmal Steuer zu berechnen. Die früher 6 Euro und jetzt 7,50 Euro Bearbeitungsgebühr ist schnell verdientes Geld für sie. Du hättest dir die unberechtigt erhobene Einfuhr-Umsatzsteuer vom Zoll und die Bearbeitungsgebühr von DHL wieder holen können. Wie das geht, habe ich hier beschrieben: Einkauf in GB Brexit News (31)
Einspruch lohnt immer. Bei ersten Mal ist es ein wenig aufwendig, weil man die Vorgehnsweise erst verinnerlichen muss. Beim zweiten Mal ist es dann schon einfacher. Ich habe es auch schon mehrfach gemacht und immer recht bekommen.
Und Fehler von DHL kann man Accurascale nicht anrechnen.
Wann war die Lieferung im Mai? Du hast 90 Tage Zeit, eine Rückerstattung beim Zoll zu beantragen. Bei DHL noch länger, da sie auf dem Bescheid vom Zollamt wegen unberechtigt erhobener Steuer angewiesen sind, um dir die Bearbeitungsgebühr zu erstatten.
ich habe im Umgang mit den netten Leuten von der G1MRA feststellen müssen, dass sich die Regeln erneut geändert haben. Seit diesem Monat sind Sendungen mit Royal Mail nach Deutschland/EU standardmäßig PDDP-Sendungen. Ob es die alte Regelung noch gibt, kann ich nicht überprüfen, jedenfalls ist sie online nicht mehr die Standardvariante. PDDP bedeutet, dass man als Empfänger nichts bezahlen muss, wenn das Paket ankommt. Die Einfuhrumsatzsteuer wird von Royal Mail vom Versender erhoben, der wiederum sein Geld von uns Käufern erheben muss.
Das wäre ja schön, wenn es so unkompliziert wäre. Man zahlt einfach die britische Steuer und gut ist. Das wäre dann so einfach wie zu Vor-Brexit-Zeiten.
ich glaube, so fortschrittlich ist der neue Service dann doch nicht. Ich weiß es auch nicht genau, aber PDDP bedeutet, dass man Royal Mail die deutsche Einfuhrumsatzsteuer bezahlt. Britische Steuern werden nicht erhoben.
Vorteil: Man spart sich die DHL-Gebühr.
Nachteil: Man bezahlt die deutsche Einfuhrumsatzsteuer in GBP zum Kurs von Royal Mail.
Es gibt neues zur Verpackungsverordnung PPWR. Der Aufschrei der kleinen und mittleren Händler war wohl doch ein wenig lauter geworden. Die Bundesregierung will Änderung und Abmilderung bei der EU erreichen.
Die Bundesregierung hat am 7. September 2026 in Brüssel einen konkreten Änderungsvorschlag zur PPWR vorgestellt. Das Bundesumweltministerium hat ihn am 8. September offiziell bestätigt. Vorgesehen ist, dass Händler bzw. Hersteller mit weniger als 10 Tonnen Verpackung pro Jahr keinen EPR-Bevollmächtigten in jedem Zielland mehr benennen müssen. Außerdem soll die Registrierung im neuen System bis Mitte 2028 ausgesetzt werden, bis ein zentrales europäisches Herstellerregister funktioniert. https://www.bundesumweltministerium.de/m...ntlastungen-ein