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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Modellvorstellungen
Guardian Offline



Beiträge: 81

26.07.2021 22:41
Hornby LNER Thompson A 2/3 class Antworten

L.N.E.R. Thompson A 2/3 class (Hornby)


Schon lange hat es kein neu entwickeltes Modell einer L.N.E.R.-Pacific mehr gegeben. Insofern war ich auf das seit April lieferbare Modell der Thompson A 2/3 von Hornby gespannt. Damit füllt Hornby historisch die Lücke zwischen den Gresley-Pacifics der Klassen A3 (1927) und A 4 (1935) und den Peppercorn A 1/A 2 von 1948. Erstere sind im Modell von Hornby erhältlich, letztere hatte es vor gut zehn, zwölf Jahren von Bachmann gegeben


LNER Thompson A 2/3 class no. 514 “Chamossaire”, Hornby R3833.

Gegen Kriegsende zeichnete sich ab, dass die LNER nach etwa acht Jahren Pause neue Schnellzugloks benötigte. Der A 2/3 sind die beiden anderen Unterklassen der A 2, die A 2/1 und die A 2/2 vorausgegangen, die optisch große Ähnlichkeiten aufweisen und technisch einiges vorweg nahmen. Von daher sind die drei Unterklassen der Thompson A 2 im Zusammenhang zu betrachten – auch vor dem Hintergrund, dass die Bahnen kriegsbedingt keine neu gebauten Schnellzugloks beschaffen durften. Aus letzterem Grund war die A 2/1 1944 durch Umwandlung eines kleinen Bauloses der (offiziell) als Güterzuglok bezeichneten Klasse V 2 in eine – offiziell auch als mixed-traffic engine bezeichneten – Pacific-Schnellzuglok entstanden. Bei der A 2/2 umging Thompson die kriegsbedingten Beschränkungen durch „Umbau“ der großen 1‘ D 1‘ Maschinen der Klasse P 2. Natürlich war die A 2/2 quasi ein Neubau. Allerdings bestand die Klasse P 2 nur aus sechs Maschinen, die 1943/44 umgebaut wurden. Beiden Maschinen war der neu entworfene Kessel mit Kylskap-Doppelblasrohr, Kuppelräder mit 6‘ 2‘‘ (1888 mm), 3-Zylinder-Triebwerke mit Walschaerts-Innensteuerung und identischer Anordnung der Außenzylinder, elektrischer Beleuchtung und V-förmige Führerhäuser gemein.

Über diese Maschinen hinaus entwarf Thompson 1944 eine neue mixed-traffic Pacific, die auf den o.g. Baugrundsätzen mit Ausnahme der V-förmigen Führerhausfronten entsprach. Darüber hinaus wurde der Kesseldruck auf 17,2 bar (250 PSI) erhöht und die als Unterklasse A 2/3 einsortierten Maschinen erhielten von Anfang an große Windleitbleche.

Erst nach dem Krieg - 1946/47 - entstanden nur 15 der ursprünglich 45 bestellten Maschinen der Thompson A 2/3. Chefingenieur Edward Thompson war Mitte 1946 in Ruhestand gegangen und sein Nachfolger Arthur Peppercorn stoppte die laufende Produktion, überarbeitete die Entwürfe der A 1 und der A 2/3, so dass die letzten A 2 als Peppercorn A 2 und nicht als Thompson A 2/3 gebaut wurden.

Die Maschinen – als mixed traffic klassifiziert – wurden im Nordosten (9), Schottland (1) und unter BR-Regie in der Southern Region (5) eingesetzt. Bewährt haben sich die Maschinen allerdings eher vor besonders schweren Zügen; unter Teillastbedingungen waren die Gresley V 2 wirtschaftlicher zu betreiben.

Die Ausmusterungen begannen 1962 und waren 1965 abgeschlossen; überlebt hat leider keine der Maschinen.


Die A 2/3 von der Heizerseite (sic! – Linksverkehr…)


Modell

Hornby hat bei diesem Modell die A 2/3 no. 514 „Chamossaire“ in der LNER-Farbgebung apple green mit Zierlinien dargestellt. Das Modell entspricht also dem Ablieferungszustand 1946 und dürfte so bis etwa 1949 eingesetzt worden sein. Der Chamossaire ist übrigens ein Berg im Wallis (Schweiz). Vielleicht war da mal jemand im Skiurlaub…

Obwohl neu konstruiert, entspricht das Modell den Konstruktionsprinzipien von Hornby aus den 2000ern. Lok- und Tendergehäuse sind aus Kunststoff, das Lokfahrgestell aus Metall. Leider sind die Radsterne der Speichenräder aus Kunststoff. Das Gestell der Nachlaufachse Bauart Cartazzi ist, wie von den Hornby-Modellen der Klassen A 1/A 3 und A 4 bekannt, vorbildgerecht starr dargestellt. Diese Lösung erfordert es, dass der Nachlaufradsatz ohne Spurkränze dargestellt ist.


Profilansicht.



Details & Finish

Die Lackierung besticht mit feinen Zierlinien und gleichmäßigem, seidenmatten Finish. Der Führerstand ist bis zum Boden nachgebildet und aufwändig farblich gestaltet.

Die Proportionen der imposanten Vorbildmaschine sind sehr gut getroffen. Handläufe und Griffstangen weisen geringe Materialstärken auf und sind teilweise aus Draht. Die Steuerung ist aus Metall und filigran durchgebildet. Die Radsätze sind mit feinen Zierlinien bedruckt. Die Speichen der Kunststoffradsätze fallen m.E. etwas ab. Diese sind aus unlackiertem, durchwirktem Kunststoff und nicht so fein, wie man das heutzutage könnte. Auch würden einem solchen Renner mit großen Kuppelrädern feine Metallgussradsätze sehr gut zu Gesicht stehen. Die Tenderradsätze sind übrigens vorbildgerecht als Scheibenradsätze dargestellt.


Fokus auf die Lok mit Cartazzi-Nachlaufachse.



Technik & Laufeigenschaften

Der Antrieb durch 5-poligen Motor mit Schwungmasse ist in der Lok und treibt über Schneckengetriebe die Kuppelräder an. Lok und Tender sind durch eine Deichsel verbunden, deren Länge in zwei Stufen eingestellt werden kann. Die Stromabnahme erfolgt über die Kuppel- und Tenderachsen. Eine 4-polige Steckverbindung stellt den elektrischen Anschluss zwischen Lok und Tender sicher. Das Modell verfügt über eine 8-polige Schnittstelle nach NEM 652 im Tender. Am Tender ist ein Kupplungsschacht nach NEM 362 montiert, natürlich nicht kulissengeführt. Vorne ist keine Kupplungsaufnahme vorhanden und auch nicht nachrüstbar. . Über Licht (Front-/Heck/Führerstand/Feuerbüchse) verfügt das Modell nicht. Insgesamt technisch für eine Neuentwicklung von 2021 etwas simpel.


Heizerseite schräg von vorn.

Die Fahreigenschaften sind gut. Der Antrieb ist über den gesamten Drehzahlbereich sehr leise bis leise mit einem auch analog weiten Regelungsbereich gut regelbar. Das Modell setzt sich bei etwa 2 V etwas abrupt in Bewegung, dies lässt sich erfahrungsgemäß digital zu sehr guten Kriecheigenschaften verbessern.

Das Modell weist keine Haftreifen auf. In der Ebene hat das Modell mit einem 6-Wagen-Pullman-Zug mit Innenbeleuchtung keine Probleme, das dürfte sich jedoch in Steigungen ändern.

Für den Fahrbetrieb sollte man den Tenderabstand übrigens nicht auf „eng“ einstellen. Dann ist schon bei 600 mm Schluss…


Fast frontal.



Fazit

Gut gemachtes Modell einer imposanten Schnellzuglok mit guten Laufeigenschaften, das vor den typischen LNER-Teak-Wagen sowie vor Pullman-Wagen eine sehr gute Figur macht.


Cheers
Mark


Frank.S Offline




Beiträge: 31

31.07.2021 13:32
#2 RE: Hornby LNER Thompson A 2/3 class Antworten

Vielen Dank für die ausführliche Vorstellung der Maschine.
Ich bin schon seit längerem am überlegen, ob ich mir auch eine Thompson zulegen soll.
Nun habe ich meine Kaufentscheidung getroffen, allerdings wird es eine Ausführung in BR-Green werden.

Gruß

Frank


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