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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.845 mal aufgerufen
 Spur OO
LMS ( gelöscht )
Beiträge:

02.02.2012 22:31
Verschiedene DCC-Decoder im Test - meine Erfahrungen Antworten

Guten Abend,

nichts neues, aber falls es den einen oder anderen interessiert, möchte ich hier mal meine Erfahrungen mit DCC-Decodern in britischen Triebfahrzeugen mitteilen.

1. BACHMANN (ESU einfach): War in der Tornado verbaut. Na ja, es ging so. Irgendwie war der nicht so "geschmeidig". Im Zuge des Umbaus der Radsätze erhielt die Lok einen

2. DOEHLER & HAASS DN10B-0. Was für ein Unterschied! Leise, "supersupersoft" und nicht zu schnell ist sie geworden. Der bleibt drin, hat sich bewährt, ist wirklich eine Freude. Für viele Fahrzeuge allerdings ziemlich teuer (ca. 28,- Euro, der leistungfähigere DHP250 kostet knapp über 30,- Euro), da ist eine Alternative gefragt. Er ist aber auch robust und für Glockenankermotoren hervorragend geeignet, da er die höchste Frequenz für die Motorsteuerung aufweist. Da meine Royal Scot gerade einen Glockenankermotor bekommt, wird sie ausnahmsweise auch einen DHP250 bekommen.
http://doehler-haass.de/cms/

3. ESU (Lokpilot V4.0): Da ich mit einer ECOS1 mit aktuellem Update fahre, lag es nahe, einen Decoder derselben Firma auszuprobieren, natürlich gleich das aktuelle Modell. Ich bin offen gestanden davon ausgegangen, ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Die erste Testlok war die Britannia von HORNBY. Oh je, das geht gar nicht. Im mittleren Geschwindigkeitsbereich zuckt die Lok stark und macht beim anhalten noch einen Sprung. Indiskutabel. Ich habe wirklich einen ganzen Nachmittag mit der Programmierung des ESU verbracht, Lastregelung ein/aus, alle möglichen Kennlinien verstellt, nichts. Raus und die nächste Lok rein. Der HST von HORNBY aus aktueller Produktion. Das gleiche Ergebnis. Also lag es nicht an der Lok. Decoder wieder raus und in die dritte Lok rein. Die EVENING STAR von Bachmann. Schon besser, aber noch lange nicht optimal. Nach langem einstellen und einregeln und dem entfernen aller Entstörkondensatoren in der Lok ist das Ergebnis recht brauchbar, wenn auch nicht ganz optimal. Mit den Motoren von BACHMANN kommt der Decoder offenbar besser klar als mit denen von HORNBY. Die 9f fährt ganz gut damit, zeigt aber beim anhalten Schwächen. Langsamfahrt ist allerdings sehr gut. Ca. 25,- Euronen sind für einen LoPi V4.0 anzulegen.
http://www.esu.eu/startseite/

4. TAMS: Nach dem Fiasko des LoPi in der 7P brachte mein Kumpel einen Tams LD-G-32 mit. Nur mal zum reinstecken und so, damit wir den Nachmittag fahren können. Ein Wunder: So gut lief die 7P noch nie. Kaum was eingestellt, als wäre der dafür gemacht. Passt. Bleibt drin. Noch einen angeschafft für den HST und: Erfolg. Seidenweich, kein ruckeln und recht leise. Passt auch. Das ist umso erfreulicher, als das der LD-G-32 ca. 16,- Euro kostet, etwa die Hälfte eines D&H und auch einiges weniger als ein LoPi. Nachdem ich den nun in verschiedenen Loks drin hatte (und habe), werde ich nun alle Triebfahrzeuge einheitlich mit den Tams ausrüsten. Die Zentrale versteht sich mit diesen Decodern auch problemlos und der Preis ist super.
www.tams-online.de/

5. DIGITRAX: Aus meiner US-Bahn-Zeit war noch ein DIGITRAX DH123D vorhanden, klar, das wollte ich auch mal wissen. Gibt es auch nichts zu meckern, eine Black Five von HORNBY lief damit einwandfrei, weich und leise. Das einzige, was mich dauerhaft von Digitrax abhält, sind die geringfügigen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Decoder und Zentrale. Es kam vor, das beim schnellen abregeln der Geschwindigkeit bzw. dem Befehl "Halt" die Lok nicht mehr reagiert und einfach weiterfährt. Das ist mir auch schon bei US-Loks an "Fremdzentralen" passiert. Die Lok regierte dann auf keinerlei Befehle mehr und war nur noch mit einem Nothalt-Befehl (Anlage aus) abzufangen. Ich muss sagen, dass das nie an den Zentralen von DIGITRAX aufgetreten ist! Innerhalb dieses Systems läuft es sehr gut, das bestätigen auch die Kollegen, die US-Bahn mit diesen Decodern fahren. Wer also eine Digitrax-Zentrale hat (und die haben gute!), dem kann ich diese Decoder wirklich empfehlen, zumal die mit ca 18,- Euro kaum mehr als der Tams kosten.
http://www.digitrax.com/

6. LENZ: Ein alter Lenz-Gold lag noch in der Kiste, mal probiert. Lieber nicht. Für eine Spielzeuglok reicht es sicher, aber der regelt einfach derb. Ok, es ist auch ein alter Schinken (gut 6 Jahre!). Die aktuellen Lenz sind sicher um Längen besser, deshalb möchte ich den Lenz hier nicht abwerten. Bei einer BR 86 von Weinert, die neulich bei mir probefuhr und mit einem Lenz-Silver+ ausgerüstet war, war ich von den Fahreigenschaften durchaus überzeugt.
Sicher keine schlechte Wahl, aber schon im oberen Preissegment: Ein SILVER+ schlägt mit ca. 24,- Euro zu Buche, ein GOLD mit ca. 30,- Euro.
http://www.digital-plus.de/

7. HORNBY: Tja, der war serienmäßig im HST drin ("DCC-fitted"). Ich kann dazu gar nichts sagen, denn der Decoder war kaputt. Von Anfang an. Teste ich nun aber auch nicht weiter. Rund 15 Pfund (ca. 17 Euro) sind absolut ok. Wenn er funktioniert.
http://www.hornby.com/hornby-dcc/decoders-chips/

8. Falls jemand auf die Idee kommt, das DCS-Format (Digital Command System) von MTH zu verwenden, dem sollte klar sein, dass er komplett umbauen darf. Es ist nur sehr bedingt mit DCC kompatibel (Eine DCS-Zentrale kann mit DCC-Decoder gar nicht umgehen!), auch wenn es zahllose Funktionen (wirklich viele), besonders Sound, ermöglicht. Das ist ein System, bei dem zwingend ALLE Komponenten von Hersteller MTH kommen müssen, sonst habt ihr keine Freude dran. In Betrieb hatten wir das mal bei einer MTH 2-8-8-8-2 Triplex mit Proto 3.0-Sound, die serienmäßig damit ausgerüstet war. Fuhr wirklich sehr sehr gut und hat auf Wunsch alle Arten Lärm gemacht, dass man damit Hallen beschallen konnte. Der Funktionsumfang war überwältigend. Aber eben ein Ding für sich, auch wenn mancher Händler (ohnehin kaum einer), der das recht teure System vertreibt, gern was anderes erzählt. Einzelne Decoder gibt's gar nicht zu kaufen, die Lok muss wegen der umfangreichen Möglichkeiten und der damit verbundenen Eingriffe richtig umgebaut werden. Es gibt in den USA Upgrade-Kits, die kosten dann eben mal rund schlappe 180,- $. Für eine Lok, versteht sich.
http://www.mthtrains.com/ho/ho-dcs

Die anderen einschlägigen Firmen wie ZIMO, UHLENBROCK, KUEHN etc. habe ich nicht getestet. Ich bleibe nun aufgrund der guten Rahmenbedingungen bei den TAMS (abgesehen von der Scot), bis irgendwann eine andere Firma einen noch viel besseren Decoder bringt. Reden wir mal in 10 Jahren drüber.

Soweit,

Grüße, LMS


gresley Offline



Beiträge: 336

03.02.2012 08:41
#2 RE: Verschiedene DCC-Decoder im Test - meine Erfahrungen Antworten

Ich habe angefangen mit Lenz. Dann ZIMO. Jetzt habe ich Hornby. Meine erfahrungen - ZIMO sind sehr gut und Hornby sehr gunstig. Ausser 4-digit addressieren und Lastausgleich, brauche ich keine haufen von zusatz funktionen. Ich habe keine sound, will auch nicht haben. Viel zu teuer und für dampfloks nicht echt genug. Meine Steuersystem ist Lenz 100. Ich bin sehr zufrieden. Hornby Decodern gibt es bei Hattons für ca. 12 Euro/stuck. Das macht hier keine.

gresley


blackmoor_vale Offline

Administrator


Beiträge: 2.798

04.02.2012 23:36
#3 RE: Verschiedene DCC-Decoder im Test - meine Erfahrungen Antworten

Hallo Daniel,

recht vielen Dank für deine ausführliche Analyse, die ich aufmerksam gelesen habe. Du hast dir wieder viel Arbeit gemacht.

Ich will nun auch meine Erfahrungen kurz darlegen:

Bei den Bachmann 8-Pin-Decodern (also nach NEM 652) gibt es zwei verschiedene, den 36-552 und den 36-553.
Der 36-552 hat nur Lichtwechsel-Funktion vorn/hinten und keine Lastreglung, auch sonst sind die Einstellmöglichkeiten sehr bescheiden. Dieser Decoder ist technisch veraltet und ist eigentlich nur noch als Lichtwechseldecoder in einem Steuerwagen oder als Funktionsdecoder brauchbar. Möglich, daß so einer in deiner Tornado drin war.
Der 36-553 hat drei Funktionen (Lichtwechsel vorn/hinten und eine zusätzliche Funktion, z.B. Fürerstandsbeleuchtung) und Lastregelung. Technisch ist er 100% mit dem ESU-Lokpilot Basic V1.0 gleich, man kann also zum Einstellen auch die ESU-Anelitungen zu Rate ziehen. Nachteilig ist, daß dieser Decoder relativ groß ist. Der 36-554 ist der Lokpilot Basic mit 21-pol.MTC-Schnittstelle und der 36-556 ein sechspoliger N-Spur-Decoder, gefertigt von der amerikanischen Firma Soundtrax. Leider verfügt der 36-556 über keinen Analogmodus und kann nur digital betrieben werden. Das empfinde ich als großen Nachteil.
Die Bachmann-Decoder auf ESU-Lokpilot V 1.0-Basis laufen recht vernünftig, es hängt von den Ansprüchen ab, die man stellt. Ich selber habe sechs oder sieben Stück verbaut. Es gibt zwar viele bessere Decoder, aber nur wenige für den geringen Preis der Bachmann-Decoder.

Hornby-Decoder habe ich zwei Stück R8215 im Einsatz. Laufeigenschaften sind analog den Bachmann-Decodern. Es gab am Anfang einige Probleme mit diesen Decodern, mit der Version 1.3 wurden diese behoben. Das Nachfolgemodell heißt R8249 und ist NMRA-zertifiziert. Von den Außenmaßen ist er kleiner als die Bachmänner/ESU und hat auch eine Funktion mehr, also vier. Ich habe einen Decoder zu Hause zu liegen, wäre mal einen Versuch wert.

Einen Döhler & Haass DHL-161 habe ich die in die West Country "Blackmoor Vale" verbaut, da der Platz für die Schnittstelle recht klein war. Die positiven Eigenschaften kann ich bestätigen. Er hat nur einen Nachteil, der Preis. Fast alle Döhler & Haass-Decoder liegen um die 30 Euro.

Weiterhin hab ich noch ein paar ältere Lenz- und Kühn-Decoder im Einsatz, die sollen aber langfristig ausgetauscht werden.
Es ist auf jeden Fall ein Vorteil, wenn man versucht, alle Decoder bei ein oder zwei Herstellern zu kaufen. Das erleichtert die Einstellerei, die doch immer ein wenig anders ist. Da die meisten britischen Sounddecoder auf ESU Loksound basieren und ich davon nun auch schon fünf Stück habe, werde ich mich in Zukunft hauptsächlich bei ESU/Bachmann bedienen. "Spezialfälle" muß man dann sehen, was man nimmt.

Einen Rat kann ich noch geben. Versucht auf jeden Fall, Loks mit Schnittstelle zu kaufen. Wenn ihr alte Loks digitalisiert, baut wenn möglich eine Schnittstelle mit ein. Bei meiner Werkbank habe ich einiges dazu geschrieben. Nicht jeder Decoder verträgt sich mit jedem Motor. Mit Schnittstelle kann man da sehr schnell und einfach das Fabrikat wechseln. Einlöten ist meiner Meinung nach, zumindestens in Spur OO, nur eine serviceunfreundliche Notlösung.

Beste Grüße

Torsten


EWS/DBS Offline




Beiträge: 150

05.07.2012 00:06
#4 RE: Verschiedene DCC-Decoder im Test - meine Erfahrungen Antworten

Hallo allerseits,

Ich werde dieses Thema mal nach sehr langer Zeit wieder auferleben lassen.

ich haabe mich mal schlau gemacht was es fuer moeglichkeiten gibt Sound in meine class 70 zu stecken.
2 Moeglichkeiten zeigten sich auf:

1. loksound/Esu decoder
2. Zimo Sound decoder

dazu 2 Fragen:

1. hat einer Erfahreung mit dem Zimo sound decoder?
2. hat vielleicht schon jemand eine class 70 mit sound?


Gruss von der sehr verregneten Insel
Robin

FREIGHTLINER 66 4ever


blackmoor_vale Offline

Administrator


Beiträge: 2.798

07.07.2012 08:50
#5 RE: Verschiedene DCC-Decoder im Test - meine Erfahrungen Antworten

Hallo Robin,

ich selbst habe bisher nur ESU Loksound Decoder (etwa 9 Stück) verbaut.

Mit Zimo habe ich keine Erfahrungen. Der Zimo z.B. der MX649R ist mit 91,00 Euro UVP vom reinen Decodergrundpreis deutlich billiger als der ESU Loksound 4.0 (UVP 119,90 Euro). Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille.

Das Problem liegt in der Verfügbarkeit der Sounddateien. Der nackte Decoder ohne Sounddateien nützt dir nichts, der Sound muß erst aufgespielt werden. Sounddateien für britische Loks sind bis auf zwei, drei Ausnahmen nicht frei erhältlich und man bekommt sie nur mit dem Decoder in UK.
Und da gibt es die größere Auswahl eindeutig bei ESU Loksound Decodern. Zimo UK-Sound gibt es zur Zeit nur von Digitrains. Sounds für ESU Decoder dagegen von Howes, Olivias Trains, Southwestdigital, DC Kits und einige mehr. Und auch die Sounds von "Legomanbiffo" (einfach mal googeln oder bei youtube suchen) sollen recht gut sein. Gibt es bei DC Kits.

Schau dir dieses Video mal an:



Du kennst die Class 70 vom Vorbild bestimmt recht gut und kannst daher beurteilen, ob der Sound so richtig ist.
ESU Sounds passen übrigens nicht auf Zimo Decoder und umgekehrt. Die Soundstrukturen sind unterschiedlich. Die Sounddateien sind das wahre Kapital der Firmen, der Decoder ist nur Silizium. Und deswegen ist es so gemacht, daß man eine Sounddatei nur mit dem Decoder bekommt.

Beste Grüße

Torsten


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