Guten Morgen, Um Sicher zu gehen : britische Pacific Schnellzuglokomotiven hatten kein Nachlauf-Drehgestell sondern eine Seitenverschiebbare Achse ?! Vielen Dank im Voraus für die Antworten Henner
Zumindest die LMS Coronation Class hat offensichtlich ein Nachlaufdrehgestell. Man kann den inneren Rahmen besonders auf dem offiziellen Detailfoto des Birmingham Museum of Science and History gut erkennen. https://www.birminghammuseums.org.uk/col...allery_103451-6 Außerdem charakteristisch ist der trapezförmige Rahmen in dem Bereich wegen der vorgelagerten Anlenkung an dessen letzten Querträger und der dann nach hinten immer mehr Platz braucht. Eine Adamsachse würde mit einem einfacheren, komplett geraden Rahmen auskommen.
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die Nachlaufachse bei den Pacific-Loks der LNER und LMS waren i.d.R. (ich kenne keine Ausnahme) in einem Pony truck gelagert. Ein Synonym ist Bissel truck / Bisselachse. Mit diesen Begriffen kannst du mal nach Bildern suchen. Edit 03.05.23: Siehe unten.
Die Radlager des Laufachsdrehgestells neigten aufgrund der relativen Nähe zur Feuerbox zum Überhitzen. Vielleicht war das ein Grund, warum die LNER und in ihren späteren Pacific-Konstruktionen wie die A3 und A4 den Cartazzi-Truck bevorzugten. Da lagen die Radlager außen, weiter weg von der Feuerbüchse und wurden wahrscheinlich auch durch den Fahrtwind besser gekühlt.
Zitat von FelixM im Beitrag #3die Nachlaufachse bei den Pacific-Loks der LNER und LMS waren i.d.R. (ich kenne keine Ausnahme) in einem Pony truck gelagert. Ein Synonym ist Bissel truck / Bisselachse.
Moin Felix,
gerade nicht. Die Gresley-, Thompson und Peppercorn-Pacifics der LNER wiesen allesamt Cartazzi-Außengestelle auf. Diese erlauben der Nachlaufachse ein Seitenspiel und ermöglichen eine Gewichtsverlagerung auf die Kuppelachsen, was traktionsfördernd ist. Cartazzi-Gestelle sind gerade keine Deichselgestelle wie die Konstruktionen nach Bissel oder Adams. Auch die beiden LMS-Pacifics Princess Royal und Coronation class weisen eine Lagerung mit festem Außengestell auf.
An den Princess Coronation Class ist mir ein weiteres neues, mir bisher unbekanntes Detail aufgefallen.
Der Kohleverbrauch war recht hoch, das Personal brauchte Unterstützung. Der Tender hatte daher einen dampfbetriebenen "Coal-pusher".
Das war ein Schieber, angetrieben durch einen Dampfzylinder, der die Kohle auf der Schräge vom Tender nach unten geschoben hat. Die Technik stammte aus den USA.
Hier eine historische Zeichnung dazu:
Ob alle Princess Coronation Loks diese Einrichtung hatten, kann ich nicht sagen. Aber die, die auf der Linie nach Carlisle verkehrten, hatten den "Coal-pusher".
Neben den LMS-Tender-Bauarten A (ursprünglich stream lined), B (unstreamlined), C1 (unstreamlined) und C2 (unstreamlined mit niedrigerer Front), welche allesamt mit der Coronation Class im Einsatz waren, gab es Coal Pusher auch bei den Bauarten BR1D und BR1J der British Rail. Somit waren bzw. sind auch Maschinen der Standard Class 7MT (70000-70045) und das Einzelstück der Class 8P (71000 "Duke of Gloucester") mit Coal Pushers ausgerüstet.
Und auf die Frage bezogen: ja, alle Coronations hatten Coal Pusher.