Rapido stellte vor einiger Zeit die 48 Fuß „Evolution“ coaches vor. Dabei handelt es sich um 4-achsige generische Abteilwagen, aus denen mit unterschiedlichen Wagenkästen und Dachformen Modelle für viele britische Bahnen adaptiert wurden. Dabei werden für jede Bahngesellschaft jeweils typische Merkmale dargestellt. Dies ist für die britische Era 2 (Epoche I, Zeitraum 1875-1922, „pre-amalgamation“) überaus sinnvoll, da es jede Menge Lokmodelle, aber kaum passende Wagen gibt. Ich habe mir einen Satz GWR-Wagen geordert, den ich hier vorstellen möchte.
GWR 48' non-corridor clerestory coach Brake 3rd. Aus Set Rapido 978013.
GWR 48' non-corridor clerestory 3rd class coach. Aus Set Rapido 978013.
GWR 48' non-corridor clerestory composite coach. Aus Set Rapido 978013.
GWR 48' non-corridor clerestory 1st class coach. Rapido 978043.
Rapido bietet die „Evolution“ coaches in drei unterschiedlichen Dachformen, mindestens fünf unterschiedlichen Wagenkästen, und weiteren Unterschieden in der Ausführung zahlreicher britischer Bahngesellschaften, u.a. LSWR, LNWR, GNR, 2x GWR, LBSCR, Midland, GER usw., an. Ich habe mich für die Ausführung der Great Western mit Garter Crest entschieden, dies entspricht dem Zeitraum 1904-08/1922-27.
Die GWR beschaffte in den Jahren 1880 bis 1900 zahlreiche Bauarten 4-achsiger Abteilwagen mit Oberlicht mit Wagenkastenlängen 46‘ 6“, 48‘ 6“ und 50‘ 6“. Diesen Wagen sind die „Evolution“-Modelle sehr stark angenähert. So kommt der All Third den Dean 46‘ 6“ Oberlicht-Abteilwagen mit 8 Abteilen und Drehgestellen mit 8‘6“ nach Zeichnung C10, beschafft 1893-1902 in 310 Stück, sehr nahe. Der Brake Third hat Ähnlichkeit mit dem Dean 48‘ 6“ Brake Third mit 5 Abteilen nach Zeichnung D 7. Der Composite hat bis auf die Drehgestelle Ähnlichkeit mit dem 48‘ 6“ Composite mit 7 Abteilen nach Zeichnung E 25.
Profilansichten: Brake Third
All Third.
Composite.
First.
Die Modelle sind großartig geworden. Sie sind fein detailliert, hervorragend und aufwändig bedruckt, mit serienmäßiger Innenbeleuchtung und laufen extrem leicht. Letzteres ist für den Betrieb wichtig, da viele der vor diesen Wagen zum Einsatz kommenden klassischen 2‘ B-Schnellzugloks im Modell recht leicht sind und oft keine Haftreifen aufweisen. Der leichte Lauf wird durch eine reibungsarme Stromabnahme die Achslager der geteilten Radsätze erreicht. Die Beleuchtung kann von außen mit dem „Zauberstab“ an- und ausgeschaltet werden. Die Lichtplatinen verfügen nicht über Schnittstellen.
Detaillierungsgrad und Filigranität sind sehr hoch - die Bedruckung lupenrein und sauber mit einwandfreien Farbtrennkanten, die Fenstereinsätze glasklar, die Radsätze bedruckt. Griffstangen sind einzeln angesetzt, der Wagenboden ist detailliert nachgebildet. Die Wagen verfügen über Kurzkupplungskulissen mit Normschächten, die diesmal auch tatsächlich der NEM 362 entsprechen.
Ein weiteres liebvolles Detail sind die beiliegenden Fenstereinsätze mit geöffneten Scheiben, die gegen die ab Werk geschlossenen Fenstereinsätze leicht getauscht werden können (Verklebung löst sich gut und rückstandsfrei). Die Abteile der Wagen sind detailliert und farblich komplett durchgestaltet; die Gepäckablagen sind aus feinen Messing-Ätzteilen.
Die Evolution coaches sind sehr schön gemacht und geben die typischen 4-achsigen Abteilwagen der (spät-) viktorianischen Zeit wieder. Nun ist es endlich möglich, die oft sehr schönen Modelle der diversen zweifach gekuppelten Schnellzugloks aus den Jahren 1870 bis 1920 vor einen zeittypischen Schnellzug zu hängen. Bei mir ist es für diesen Zug eine Bachmann GWR City class.