hier möchte ich in loser Folge vorstellen was ich an meinem Rollmaterial umgebaut habe. Ich bin einer von denen der neu gekaufte Loks und Wagen als Bastelgrundlage sieht. Das hat zu Folge, daß ich sie so umbaue und verändere bis sie mir gefallen.
Beginnen möchte ich mit der letzten neu gekauften Lok, einer Hudswell Clarke von EFE/Ixion. Zuerst stelle ich die Fahrzeuge so vor wie sie aus der Schachtel kommen und im nächsten Abschnitt beginne ich mit den Veränderungen.
Was mir hier schon auffällt ist der Sockel unter dem Kessel und das besonders in Verbindung mit der blauen Farbe.
Im Führerhaus habe ich zuerst gedacht der Umsteuerhebel (Johnson Bar) fehlt, die haben den vergessen. Nein nicht unbedingt.
Man beachte den Aufsatz auf dem Kasten vor den Cab der linken Lokseite. Innen bildet dieser Aufsatz eine Tasche in der sich der Johnson Bar bewegt. Es ist anzunehmen, daß sich der Hebel in der vordrfen Stellung befindet und sich komplett in der Tasche befindet.
Diese Stocheisen, Schürhaken, Schaufeln und Ölkannen waren mit in der Verpackung der Lok.
Ebenso dieser Ätzschildersatz. Und nein Thomas bei den Namen ist nicht dabei.
Zuerst habe ich den beigegebenen Schildersatz farblich behandelt. So viele Schilder, die werde ich auch für meine anderen Industrieloks nehmen.
Der nächste Schritt ist der Zugang zur Schnittstelle. Man muß zuerst das Rohrleitungsgelerch abnehmen. Es besteht aus einem rel. elastischen Kunststoffmaterial was die Bruchempfindlichkeit reduziert. Dann den Einfülldeckel abnehmen und nach lösen der dort sichtbar gewordenen Schraube das Oberteil des Satteltanks nach oben abziehen.
Es ist nicht viel Platz vorhanden. Im Prinzip nur unter dem grauen Kasten den man am Ende auch weglassen kann.
Wenn man den Kasten abgenommen und die Hauptplatine zur Seite gelegt hat, kommen weitere Schrauben zum Vorschein. Nach lösen derselben kann man auch das Tankunterteil abnehmen. Dort sind die auffälligen Sockel mit daran. Da die mir gar nicht gefielen habe ich diese Teile angeschnitten. Auf Fotos vom Vorbild ist zwar auch kein freier Durchblick unter dem Kessel zu erkennen, meist nur Schatten. Durch das Entfernen rückt der Sockel tatsächlich um je 1,5mm weiter nach innen. Das reicht in Verbindung mit dem schwarz lackierten Rahmenblock den Schatten des Vorbilds zu imitieren.
So gefällt mir das Besser. Man vergleiche die Bilder mit denen aus dem vorherigen Beitrag.
Was übrig blieb. Zuerst hatte ich hier einen vorhandenen ESU Lopi5 Decoder eingesetzt, der dann bald wegen der besseren Langsamfahreigenschaften durch einen ZIMO MX600 ersetzt wurde.
was mich hier noch gestört hat war das steife Fahrwerk. Die Stromabnahme war zudem etwas wackelig mit gelegntlichen Aussetzern. Daher habe ich über eine Allradauflage aller Räder nachgedacht. Das Fahrwerk der Hudswell Clarke sah bei Ablieferung so aus: - 1. Achse fest. - 2. Achse fest wegen Zahneingriff, der Antrieb erfolgt hier. - 3. Achse minimal gefedert, die Federung praktisch nicht wirksam.
Es sah zudem so aus, als ob für auch die 1. Achse ein Antrieb über Zahnräder vorgesehen war. Man hat es dann beim Hersteller klugerweise unterlassen. Paralell laufende Antriebsstränge, hier gemeint Kuppelstangen als auch Zahnradkette zusammen, vertragen sich nur wenn sie mit großer Präzision gefertigt sind.
Ich habe zuerst daran gedacht den Antrieb auf die 1. Achse zu verlegen. Ein Zwischenzahnrad und die dazu gehörige Achse hätten sich leicht umsetzen lassen. Aber das Achszahnrad hätte ummontiert werden müssen. Alle 3 Radsätze weisen unterschiedliche spezifische Radsterne auf. Wenn man die Räder der 3. Achse als Normalausführung betrachtet; die Räder der 2. Achse haben größere und wegen der Innenzylinder versetzte Gegengewichte und die Räder der 1. Achse haben verlängerte Kurbelzapfen. Bedingt dadurch, daß alle 4 Kuppelstangen identisch sind und die vorderen Kuppelstangen über den hinteren auf der mittleren Achse angeordnet sind. Das bedingt dann die verlängerten Kurbelzapfen der 1. Achse. Ist im übrigen hier vorbildgerecht.
Ich habe daher zu Fräser, Bohrer und Gewindeschneider gegriffen. Vorne wurden die Lagersitze im Rahmen ausgefräst. Ein Gewinde mittig geschnitten und eine Messingschraube mit gerundeten Kopf als mittleres Stützlager eingeschraubt.
Das neue Fahrwerkskonzept sieht dann so aus: 1. Kuppelachse: Auf dem Bild ist diese Schraube leider nur schwach erkennbar. In Verbindung mit den ausgrfrästen Lagersitzen kann diese Achse dann pendeln.
2. Kuppelachse bleibt fest im Rahmen gelagert, schon wegen des Zahneingriffs.
3. Kuppelachse gefedert. Hier habe ich stärkere Federn von NWSL Härtgrad Medium eingebaut. Weil diese etwas größer im Durchmesser sind mussten die Aufnahmen im Rahmen dafür aufgebohrt werden. Die Lok ist kopflastig, d.h. wenn man nur die mittlere Achse untertützt, kippt sie nach vorne ab. Die letzte Achse soll aber auch ihren Teil am Lokgewicht mit beitragen, daher die härteren Federn.
Zum Schluß wurde die Bodenplatte etwas bearbeitet und den Achsen das erforderliche Höhenspiel zu verschaffen.
Jetzt ist das Befahren mit Schrittgeschwindigkeit von nicht ganz so sauber verlegten Gleisen möglich wie sie in Industriebetrieben oft vorkommen. Entgleisungen und Aussetzer als große Spielverderber sind nicht mehr zu befürchten. Thema Powerpack, Kondesator etc. Wie so oft ist in kleinen Loks die das bitter nötig haben, kein Platz für einen solchen mit ausreichender Speicherkapazität vorhanden.
Digitaltechnisch habe ich einen Hornby HM 7000 mit einem kleinen stay alive und einem sugarcube ausgerüstet. Muss das ganze am WE mal irgendwie unterbringen. Schaun mehr mal.
Aus dem Schildersatz habe ich dann einiges ausgewählt. Die Beschriftung hat kein konkretes Vorbild, sie ist fiktiv.
In den leeren Kohlenkasten wurde Echtkohle eingefüllt und mit Weißleim-Wasser-Spüli Gemisch verfestigt.
Was mir immer noch nicht so richtig gefiel waren die Griffstangen.
Daher habe ich diesen Spritzling auseinander geschnitten. Die Halter wurden durchbohrt und dort 0,8mm Messingdraht als Griffstange eingesetzt. So ganz ausgereift ist das noch nicht. Ich werde mich bemühen hier Griffstangenhalter aus dem Schiffsmodellbau zu bekommen. Vor -zig Jahren als ich mich noch mit Deutsch Spur 0 beschäftigte habe ich mir Griffstangenhalter aus zertennten Reelingstützen gemacht.
Des weiteren gilt es noch aus dem Modelu Angebot passende Figuren zu beschaffen.
Bei den einschlägigen Anbietern aus China finden man u.a. auch Lampen. Diese Wandlampe ist eigentlich für H0 gedacht, passt aber von der Größe her bestens für 0.
Innen habe ich mir aus einer bedrahteten LED und einem runden Teil aus der Grabbelbox eine Schribtischlampe gemacht.
Nicht nur zur Adventszeit eine etwas heimelige Ansicht. In Natura sind die Lampen nicht so grell wie auf dem Foto.
bei den Lionheart 45xx und 55xx 2-6-2 Loks sind zwar die mittlere Kuppelachse so wie die Laufgestelle abgefedert, die 1. und die 3. Kuppelachse sind jedoch starr im Rahmen gelagert und die Loks kippeln zuweilen. Zeit sich das einmal näher anzuschauen.
Man erkennt einen schwarzen Ring auf der Radsatzachse. Wie sich heraus gestellt hat, sind das tatsächlich Split Axles also geteilte Achsen. Da keine Schleifer sichtbar sind, muß die Stomabnahme irgendwie durch die Lager erfolgen.
Federpakete und Achsgabelstege sind mit jeweils 2 Schräubchen am Rahmen befestigt. Nach Entfernen der Achsgabelstege stellte sich zur Überraschung heraus, dieser Radsatz ist ja gefedert. Hier ist es ein gefederter Stift der von oben direkt auf die eigentlichen Lager aus Sinterbronze drückt. Diese Sinterbronzelager sind dann wiederum in Lagergehäusen aus Kunststoff untergebracht. Sonst würde die Stromabnahme ja nicht funktionieren. Die Achsgabelstege haben auf einer Seite ein Klötzchen angegossen. Dieses Klötzchen verhinder dann eine Federwirkung und presst die Achse an den oberen Anschlag. Was hindert mich die Klötzchen einfach umzudrehen?
Die dafür benötigten Schrauben findet man u.a. beim Chinesen über die Bucht. Es gibt verschiedenen Sortimente, das hier hat 10,- Öcken gekostet. Eine weitere Bezugsquelle wäre Knupfer https://knupfer.info/shop/ der auch ganz spezielle Schrauben führt wie z.B. Modellschrauben mit 6-Kantköpfen.
Gesagt, getan.
Und es federt doch. Die dekorativen Blattfederpakte lassen sich so gerade eben wieder montieren.
Die Federung ist zu schwach um die Lok auf ihren Federn schwimmen zu lasse,n wie es beim Vorbild der Fall ist. Die Achse wird nach wie vor durch das Gewicht der Lok an den oberen Anschlag gedrückt. Bei allfälligen Gleisunebenheiten schweben ungefederte Räder in der Luft, Prinzip 4-beiniger Tisch wackelt immer, 3-beiniger dagegen nie. Jetzt aber werden durch die Federn die Räder immer aufs Gleis gedrückt, kein Abheben mehr.