Ich schaue sehr neidisch auf deine Lötfähigkeiten. Bei mir ist es mehr ein rumkleckern...
Auch aus deinen ausführlichen Beschreibungen kann man lernen, wie zum Beispiel die Sache mit dem zu kurzen Dach. Lehre daraus, immer vorher die Masshaltigkeit probieren. Gute Idee mit dem Polystyrol-Träger zum Kesselabstützung.
Ich kann es kaum glauben, aber seit meinem letzten Beitrag sind schon wieder drei Monate vergangen. Okay, es gab zwischenzeitlich auch andere wichtige Dinge, wie z.B. Urlaub ;-) Aber auch ein wenig nachlassende Motivation. Sei's drum, es geht weiter mit der County - immerhin wartet da noch eine Menge weiterer Bausätze, die auch montiert werden wollen.
Nachdem das Führerhaus nun im dritten(!) Anlauf endlich korrekt zusammengesetzt und der Kessel befestigt ist, geht es mit den Wasserkästen weiter. Wie man sehen kann, sind die Nachbildungen der Nietreihen bereits angeätzt, und müssen nicht zeitaufwendig geprägt werden. Das hat den Vorteil, dass sie schön gleichmäßig sind (wobei es da beim Vorbild auch nicht immer ganz akkurat zugeht). "Nachteil" ist aber, dass die einzelnen Niete nicht kuppelförmig, sondern flach sind. Vor langer Zeit habe ich aber einen Tip gelesen, das zu ändern, den ich auch bei anderen Bausätzen so angewandt habe: mit einer rotierenden Messingbürste im Bohrzwerg in alle Richtungen über die Nietreihen fahren. Wenn man mit dem Finger darüber streicht, merkt man den Unterschied deutlich. Ich habe aber gemerkt, dass es beim verwendeten Neusilberblech aufgrund der Härte gerne auch eine Stahldrahtbürste sein darf. Dann kann es aber aber leichter zu Kratzern kommen.
Um im weiteren Verlauf das Overlay der Umlaufschürze auflöten zu können, ist nun der Zeitpunkt das "Stützkorsett" zu mit der Säge zu entfernen. Das wirkt zwar etwas drastisch, aber das Modell ist nun ausreichend stabil, das zu verkraften. Leider haben die beiden Overlays trotz guter Verpackung den Versand als "Postwurfsendung" nicht ganz schadfrei überstanden, d.h. es zeigten sich unschöne Knickstellen. Daher musste bei der Montage gut geklammert werden, um sie möglichst glatt zu bekommen. Eine erste "Stellprobe" mit den Kuppelrädern habe ich mir nicht nehmen lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass der Bausatz hier auch nicht ganz stimmig ist. Ich vermute das liegt daran, dass er zunächst für die frühe Version mit der rechtwinkligen Front konstruiert wurde. Das bedeutete, dass Gehäuse und Fahrwerk nicht aufeinander passten, bevor ich nicht am Rahmen entsprechende Ausschnitte vorgenommen habe - man ist ja Bastler (aber trug halt zu den oben genannten Motivationsproblemen bei).
So, nun geht es an die Detailierungsphase. Leider ist in dem Bausatz, trotz Erwähnung in der Anleitung, das Schutzblech für den hinteren oberen Laternenhalter nicht enthalten. Zum Glück hatte ich noch von einem anderen Modell einen in der Restekiste gefunden. Die Oberseiten der Wasserkästen müssen mit Belüftungsrohren, Wasserkastendeckel mit Aufprallschutz, Schäkelhalter etc. versehen werden, für die nur teilweise die entsprechenden Öffnungen vorgegeben sind. Über die Positionierung der meisten Teile schweigt sich die Anleitung aus. Ich kann aber auf mehrere Bücher über GWR-Fahrzeuge zugreifen, so dass ich die Teile entsprechend anbringen konnte. Aber ohne diese Unterlagen wäre der Bausatz nicht korrekt zu montieren. An der Vorderseite des rechten Wasserkastens ist - wie bei den meisten GWR-Tenderloks - das Schmiergefäß der Vakuumpumpe montiert. Das Gefäß ist auch da, und die Anleitung sagt, dass es befestigt werden soll. Aber womit??? Siemens-Lufthaken funktionieren nicht. Also kleinen Winkel biegen und mit einem Micro-Niet in einer anzubringenden Bohrung am Wasserkasten befestigen - dabei gleich die Schmierleitung aus einem Stück dünnem Kupferdraht nachbilden.
Den Abschluss der aktuellen Bauphase bilden die benötigten Griffstangen unterschiedlicher Längen. Die vorderen Griffstangen sind aufgrund des geschwungenen Umlaufblechs vorbildgerecht in einem Winkel in den entsprechenden Haltern befestigt. D.h. die "Köpfchen" der Halter müssen vorsichtig aufgesägt und aufgefeilt werden. Nach dem Einlöten der Griffstangen ist dann etwas "Verputzen" angesagt. Die Brems- und Heizungsschläuche sollen stumpf an den Pufferbohlen angelötet werden. Davon bin ich kein großer Freund, da mir das in dieser exponierten Lage nicht stabil genug erscheint. Außerdem möchte ich diese Teile, wie auch die Puffer erst nach dem Lackieren montieren, da die Pufferbohle mit der Loknummer beschriftet werden muss, und die Leitungen dabei im Weg sind. Daher habe ich diese Bauteile verstiftet und entsprechende Bohrungen an den Pufferbohlen gesetzt (sorry für das schlechte Foto). Ein Ausblick auf die nächsten Schritte sind die Trittstufen...
So, genug für heute. Schöne Pfingsten noch... Stefan