Wenn ich es richtig sehe, hat die Manx Electric Railway 12 betriebsfähige Triebwagen (als `motors´bezeichnet) und 18 `trailers´ im Dienst. Alles ist aus den Jahren 1893 bis 1906. Liste gibt es bei wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Manx_Elect...y_rolling_stock
Hier der Führerstand von No.7, gebaut 1894.
Die Sitzbezüge und der graue Kasten zwischen Fahrschalter und Handbremsventil sind jedoch wohl eher neuere Zutaten. Man muss bedenken, die ca 130 Jahre alten Triebwagen sind im täglichen Einsatz, Zugfolge in der Regel alle 30 Minuten. An Spitzentagen 19 Fahrten in jede Richtung. Da muss die Technik stabil laufen.
Wenn man bei der M.E.R. ist, braucht man keine genaue Planung. Man fährt morgens los mit der ersten Bahn, fährt nach Laxey oder Ramsey, steigt zwischendurch aus oder nicht, fährt je nach Wetter zum Snaefell hoch oder nicht. Wenn eine weg ist, nimmt man eben die nächste. Einfach super. Fahrzeit ist 90 Minuten pro Richtung. Zwischendurch gibt es tolle Aussichten auf die irische See, denn die Bahn fährt nicht im Flachland. Gleich hinter Douglas geht es erstmal kräftig den Berg hoch. Dei Bahn fährt mehr oder weniger an der Kante entlang. Der höchste Punkt ist bei 179 m über NN. Die ganze Strecke ist doppelgleissig und die Fahrleitung hängt an 903 Masten.
Von Laxey (halbe Strecke zwischen Douglas und Ramsey) fährt dann die Snaefell Mountain Railway auf den höchsten Berg der IoM hoch. Er ist 621 m hoch. Morgens war oben noch alles voll in den Wolken, die reinste Erbsensuppe.
Die Snaefell Mountain Railway hat andere Spurweite, andere Stromabnehmer und die Fell-Bremsschiene in der Mitte. Die Gemeinsamkeit mit der Manx Electric Railway ist die gleiche Spannung (550 Volt DC), alle Fahrzeuge aus dem 19.Jahrhundert und die dichte Zugfolge.
Desahlb konnten wir am gleichen Nachmittag noch mal hoch fahren. Da waren dann die Wolken weg und die Sonne da.
Nun konnte man von oben aus bis Belfast, Blackpool, zur Mull of Kintyre und Anglesey schauen.
Auch wenn es nur knapp über 600 m Höhe sind, der Snaefell ist dermassen prominent in der Irischen See, so dass keine Bäume und Sträucher gibt, nur kümmerliches Gras. Und auch den abgehärteten britischen Schafen seheint es zu kalt und windig zu sein.
die Snaefell ist ein Betriebsteil der Manx Electric. Das Unterwerk in Laxey versorgt drei Netzteile, die Manx Richtung Douglas, die Manx Richtung Ramsey und die Snaefell.
Die Manx wurde zuerst gebaut, in 3 Fuß Spurweite. Da die Fell-Mittelschiene seitlich befahren wird und daher Platz zwischen den Fahrschienen benötigt wird, reichte die Spurweite von 915mm nicht aus, und man wählte 3½ Fuß oder 1067mm. In Laxey gibt es ein weltweit einmaliges Dreischienengleis mit 915/1067mm Spurweite. Genutzt wird es, um die Snaefell-Fahrzeuge zur Inspektion auf temporäre 915mm-Drehgestelle zu hieven und nach Douglas zur Wartung zu bringen.
edit 20:20 Uhr: Ich lese gerade, dass das Dreischienengleis 2014 von der Manx Electric Railway abgeklemmt wurde, da die Werkstatt der Snaefell Mountain Railway ausgebaut wurde, so dass die Überführungsfahrten überflüsssig wurden. Es ist aber immer noch ein Teil dieses Dreischienengleises vor Ort erhalten.
Das ist ein Kompressor-Wagen. Die Personenwagen der South Tynedale Railway haben rumänisch-östereichische Provenienz und sind druckluftgebremst. Der Injektor des "Green Dragon" erzeugt nur Vakuum. Daher muss ein extra Drucklufterzeuger mit geführt werden.
Die Wagen sind ähnlich den bekannten "Donnerbüchsen" mit offenen Plattformen. Das kennt man in UK ja nicht so und bietet ausgezeichnete Ausblicke auf die Linie während der Fahrt.
Hier sind die Wagen unter der Bahnsteigüberdachung in Alston zu sehen.
Ich kann noch ein paar Bilder von der Isle of Man Steam Railway zeigen.
Bis etwa 1968 hatte die 914mm-Dampfbahn ein 74 km-Streckennetz über die ganze Insel bis in den Norden nach Ramsey, einschliesslich einer Querverbindung durch die Mitte nach Peel. Jetzt gibt es leider nur noch die Südstrecke von Douglas über Castletown nach Port Erin. Aber immerhin ist sie auch 24,6 km lang.
An unserem Besuchstag im Mai war recht schlechtes Wetter, Regen und trübe Sicht. Hier vor der Abfahrt in Douglas.
Auf der Strecke war durch den Dunst zu erahnen, dass es eine sehr schöne Strecke mit vielen Blicken auf das Meer und in die grüne Landschaft ist. In Port Erin war das Wetter genauso bescheiden.
Hinter dem kleinen Lokschuppen ist ein Museum über die Bahn.
Die Bahn ist übrigens "staatlich", sie ist Eigentum der Isle of Man Government (Reiltys Ellan Vannin).
Bunte Wappen sind für das Selbstverständnis der britischen Bahnen immer sehr belangreich.
In Douglas zurück war das Wetter dann ein wenig besser.
Es sind noch mehrere Loks von diesen Typ (2-6-0T von Beyer, Peacock and Company Glasgow) erhalten. Wenn ich richtig gezählt habe, acht Stück, davon zwei betriebsfähig.
Einer der Gründer der Glasgower Lokomotivfirma, Karl Friedrich Beyer, wurde übrigens in Plauen, Königreich Sachsen, im Jahr 1813 geboren. Als 21-jähriger ist er dann nach Manchester gegangen. https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Beyer
Der Bahnhof ist komplett neugebaut. Stellwerk, Fussgängerbrücke und ein kleines Bahnhofsgebäude sind bisher entstanden. Gefahren wurde mit zwei Mk1 Coaches und der Hunslet Austerity No.60 in National Coal Board Lackierung.
An der Station Greenrigg Halt ist vorläufig Schluss, dort wurde umgesetzt.
Die Aln Valley Railway hat, obwohl sie erst relativ neu begründet wurde, ebenfalls ihre bsonderen Dinge.
Auf dem Hof stand ein frisch restaurierter Shark Ballast Plough, noch ohne Beschriftung.
Der Bahnhof Alnwick Lionheart ist mit Lower Quadrant Semaphore-Signalen der ehemaligen North Estaern Railway ausgestattet:
beide Bilder: copyright axama
Die North Eastern Semaphores haben die Eigenheit, dass der obere Teil wie eine Gabel geschlitzt ist und der Signalflügel zwischen den "Zinken" sitzt., siehe Bild: